Heilpflanze Engelwurz

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Angelica archangelica

Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten

Die zweijährige Arznei-Engelwurz, auch Angelika genannt, ist in den gemäßigten Breiten auf der Nordhalbkugel heimisch. Besonders das in der Pflanze in Wurzeln und Samen enthaltene Öl verarbeitet man wegen seiner stark verdauungsfördernden Eigenschaften zu Kräuterlikören und Bitterschnäpsen. Diese Eigenschaften macht die Engelwurz interessant bei Beschwerden wie Blähungen, Magen- und Darmkrämpfen oder Völlegefühl als Tee oder Tinktur. Sie stärkt außerdem das Immunsystem und kann deswegen auch bei Erkältungen eingesetzt werden.

Engelwurz-Tinktur

Eine Tinktur aus der Wurzel wirkt bei Appetitlosigkeit, Magen- und Darmkrämpfen, Völlegefühl sowie Blähungen.

Zutaten

  • 20 g getrocknete und 10 g frische Engelwurz-Wurzel (alternativ 30 g getrocknete Wurzel)
  • 100 ml 70- bis 90-prozentigen Alkohol, zum Beispiel Weingeist
  • eine Braunglasflasche

Zubereitung

  1. Frische und getrocknete Wurzel in die Flasche füllen.
  2. Alkohol dazugeben und fest verschließen.
  3. Etwa zwei Wochen an einem dunklen Platz ziehen lassen.
  4. Mehrmals täglich schütteln.
  5. Abseihen und die Tinktur in eine dunkle Flasche füllen.

Bei Bedarf zwei Teelöffel in einem Glas Wasser oder Tee auflösen und trinken.

Engelwurz-Tee

Bei den oben aufgeführten Beschwerden kann ebenso ein Engelwurz-Tee Linderung verschaffen.

Für einen Tee überbrüht man einen Teelöffel der frischen oder getrockneten Wurzel mit 150 ml kochendem Wasser, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen und eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten trinken. Mehr als fünf Gramm der Wurzel pro Tag sollte man jedoch nicht verwenden.

Engelwurz in der Ernährung

Das Öl aus den Samen und Wurzeln der Engelwurz wird wegen seiner verdauungsfördernden Eigenschaften zu Kräuterlikören und Bitterschnäpsen wie Boonekamp, Bénédictine und Chartreuse hinzugefügt. Die Stängel können auch kandiert werden, da alle Teile der Pflanze essbar sind. Sie schmeckt aromatisch, süßlich, ähnlich der Karotte. Junge Blätter, Stiele und Triebe können ab März geerntet und in Suppen, Salaten und Gemüsegerichten verwenden werden. Die ungeöffneten Blütenknospen der Engelwurz können ab Juni entweder roh, gedünstet oder gebraten  gegessen werden. Die erntereifen Wurzeln können wie Gemüse von September bis zum Frühjahr zubereitet werden. Selbst die im späten Herbst reifen Samen eignen sich für heilsamen Tee, oder als Brot- oder Fleischgewürz.

Sammeltipps

Die Engelwurz sollte mit Handschuhen gesammelt werden. Durch den Hautkontakt mit dem Pflanzensaft kann es  zu Hautreizungen kommen. Beim Sammeln besteht Verwechslungsgefahr mit bestimmten Arten (siehe unten!).

Die zweijährige Staude kann bis zu drei Meter hoch werden. Sie besitzt hohle, gerillte Stängel, an denen sich die bis zu dreifach gefiederten Blätter befinden. Früher wurde sie wegen ihrer Heilkräfte in jedem Garten angebaut. Heute kommt sie auf nährstoffreichen und feuchten Standorten vor, wie zum Beispiel auf feuchten Wiesen und an Ufern. Im Unterschied zur Arznei-Engelwurz wird die Wald-Engelwurz nur 50 bis 150 cm groß und die Blätter sind auf der Unterseite behaart.

Achtung!! Es besteht für Laien eine große Verwechslungsgefahr mit dem giftigen Gefleckten Schierling  sowie dem Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum), der bei Berührung zu Verbrennungen führen kann. Man sollte die Engelwurz also sehr gut kennen, bevor man sie sammelt oder bei Verunsicherung doch lieber im Kräuterladen kaufen.

Der Besuch dieser Seite kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen. Bei ernsthaften oder unklaren Beschwerden ist unbedingt ein Arzt oder Apotheker zu Rate zu ziehen!

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