Hormonelle Störungen – wie erkenne ich sie?

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Hormonelle Störungen - wie erkenne ich sie?

Im menschlichen Körper befinden sich mehrere Hormondrüsen. Diese  produzieren jeweils spezielle Botenstoffe, die Hormone. Von diesen Hormondrüsen werden die gebildeten Hormone in das Blut abgegeben und im  gesamten Körper verteilt. So erreichen sie jede einzelne Zelle. Im Vergleich zum Nervensystem ist das Hormonsystem ein eher langsames Informationssystem. Beide Systeme – Hormone und Nerven – arbeiten jedoch zusammen.

Die Liste der Beschwerden durch Störungen im Hormonhaushalt ist lang… Daher wird oft die wahre Ursache der Symptome nicht erkannt. Um so wichtiger ist eine genaue Anamnese und – bei Verdacht auf hormonelle Störungen z.B. auch der Hormonspeicheltest. Wie kann sich eine hormonelle Störung äußern? Zum Beispiel mit:

  • Entzündungen im und am ganzen Körper
  • Kopfweh und Migräne
  • Zyklusstörungen, zu starke oder keine Blutungen
  • Seh- und Hörprobleme
  • Krämpfe u. Verspannungen
  • Schwindel
  • Schweißausbrüche
  • Dunkle Augenringe
  • Haarausfall und Bartwuchs b. Frauen
  • Über- und Untergewicht
  • Zahn-, Kiefer- u. Nebenhöhlenprobleme
  • Akne, Ekzeme, trockene Haut
  • Schilddrüsenprobleme
  • sexuelle Lustlosigkeit
  • Herz- u. Kreislaufprobleme
  • Schwangerschafts- / Wochenbettprobleme
  • Empfängnisunfähigkeit, Abgänge, Frühgeburten
  • Blasen- und Darmschwäche, Blähungen
  • Schwellungen, Ödeme (z.B. an Knöcheln, Augenlidern)
  • Aggressionen
  • Hormongesteuerte Depressionen
  • zyklische Stimmungsschwankungen
  • Prämenstruelles Syndrom PMS
  • Unentschlossenheit
  • Tränenausbrüche
  • extreme Launen
  • Phobien, Ängste und Panikattacken
  • Eifersucht u. Mißtrauen
  • Erschöpfungszustände
  • Vergesslichkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Schlafstörungen 
  • Myome, Zysten und Endometriose
  • Krebs
  • Asthma
  • Allergien
  • Epilepsie
  • Situationsbezogene Depression
  • Demenz ( z.B. Alzheimer)
  • Multiple Sklerose
  • Osteoporose
  • Diabetes

Alles steht mit allem in Verbindung

Die Hormone sind für die komplexen Zusammenhänge in unserem Körper ein besonders gutes Beispiel. Im Prinzip hat jedes Hormon einen Einfluss auf die anderen. Wenn es in einem Hormonbereich zu einer Störung kommt, kann man diese kaum isoliert betrachten. Das Hormonsystem muss man immer als Ganzes betrachten. Natürlich ist das auch bei anderen gesundheitlichen Störungen so, gerade in der Naturheilkunde legen wir ja besonderen Wert auf eine ganzheitliche Betrachtung.

Welche Hormone gibt es eigentlich?

Fangen wir mal mit den wohl bekanntesten an, den Schilddrüsenhormonen. Eine Störung der Schilddrüsenfunktion kommt heute sehr häufig vor, vor allem bei Frauen. Die autoimmune Störung der Schilddrüse, umgangssprachlich Hashimoto genannt, hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Ich frage mich manchmal, ob das nur häufiger diagnostiziert wird als in den Jahren zuvor. Natürlich gibt es Hinweise auf Gründe in unserer Lebensweise und Umweltbelastung, die eine Entstehung begünstigen. Weil Hashimoto in meiner Praxis ein sehr großes Thema geworden ist, habe ich dazu einen extra Beitrag geschrieben. Eine weitere, seltener vorkommende autoimmune Erkrankung der Schilddrüse ist der Morbus Basedow.

Die Nebennieren sind ebenfalls ein Organ des Hormonsystems. Hier werden vor allem Stresshormone wie Cortisol oder Adrenalin produziert, aber auch Hormone zur Regulierung des Wasserhaushaltes.

Für die Geschlechtshormone sind sowohl die Eierstöcke bei der Frau als auch die Hoden beim Mann zuständig. Auch hier kommt es immer häufiger zu Störungen.

Die Bauchspeicheldrüse ist vor allem bekannt für die Insulinproduktion. Ebenfalls aus der Bauchspeicheldrüse wird das Glucagon freigesetzt, dass auch eine regulierende Funktion für den Blutzucker hat.

Die übergeordneten, regulierenden Aufgaben werden von Hypothalamus und Hypophyse übernommen. Diese befinden sich im Gehirn und regulieren die Freisetzung der Hormone in den einzelnen Drüsen. Auch hier kann es zu Störungen kommen. 

Auf Gewebshormone und Neurotransmitter gehe ich in anderen Beiträgen ein.

Wie können hormonelle Störungen diagnostiziert werden?

Verschiedene Laboruntersuchungen sind heute möglich und für unterschiedliche Organe sinnvoll. Zum Beispiel ist zur Untersuchung der Schilddrüsenfunktion ein Bluttest sowie in manchen Fällen auch ein Ultraschall des Organs bei einem Facharzt, z. B. Internist oder Endokrinologe (w/m/d) hilfreich. Anfangs wird bei einem Verdacht auf eine Störung der Schilddrüse oft nur der Wert TSH gemessen, meistens über die Hausarztpraxis. Der TSH alleine ist jedoch wenig aussagekräftig. Zur genaueren Diagnose werden wenigstens noch die Hormone fT3 (freies T3) und fT4 (freies T3) benötigt. Sollte ein Verdacht auf die Autoimmunkrankheit Morbus Hashimoto bestehen, sollten auch die Schilddrüsen-Antikörper bestimmt werden. Mehr dazu lesen Sie bitte in meinem Beitrag über die Schilddrüse.

Bei Verdacht auf Störungen der Nebennierenfunktion kann ebenfalls im Blut Cortisol bestimmt werden. Geeigneter zur Diagnose einer sog. Nebennierenschwäche ist jedoch ein Speicheltest. Diesen kann man über einige Ärzte (m/w/d) und Heilpraktiker bekommen. Untersucht werden hier in Speziallaboren mehrere Speichelproben, die man über den Tagverteilt abgegeben hat. Mehr dazu lesen Sie bitte in meinem Beitrag über die Nebennierenschwäche.

Im Falle von Störungen im Bereich Geschlechtshormone lassen sich auch die Hormone im Blut oder im Speichel testen. Ein genaueres Bild erhält man auch hier im Speicheltest. Dazu habe ich auch einen speziellen Beitrag geschrieben.

Zum Thema Insulinstoffwechsel, Diabetes, Insulinresistenz und die oft miteinander verknüpften Probleme (z. B. PCO-Syndrom) habe ich ebenfalls einen separaten Beitrag geschrieben.

Auf weitere Hormone möchte ich hier jetzt nicht im Detail eingehen, da Erkrankungen eher seltener vorkommen, vor allem nicht im Alltag einer Heilpraktikerpraxis. 

Was kann man tun bei hormonellen Dysbalancen?

Natürlich komme ich gleich wieder auf das Thema Ernährung… Und ja, es gibt tatsächlich Möglichkeiten, über die Ernährung verschiedene Hormone zu beeinflussen! Mehr dazu gerne in einem meiner E-Books oder als Beratung.

Ebenfalls wirken sich ein möglichst “artgerechter” Lebensstil mit viel Bewegung an frischer Luft und Stressvermeidung günstig aus – aber das wussten Sie sicher schon…

Es muss nicht immer sofort eine Creme o.ä. sein. Wildpflanzen – auch heimische – haben oft eine starke hormonelle Wirkung.

 

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Über die Einflüsse der Umwelt, unserer Kosmetik, von Pestiziden in der Nahrung und anderen hormonellen “Dysruptoren” schreibe ich in einem separaten Beitrag.

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