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10 MÖGLICHKEITEN ZUR VERBESSERUNG IHRES MAGENSÄURESPIEGELS

Magensäure ist entscheidend für die Abtötung schädlicher Keime und die Optimierung der Eiweißverdauung im Körper. Wenn der Körper nicht in der Lage ist, ausreichend Magensäure zu produzieren, kommt es zu einer unzureichenden Verdauung und in der Folge zu einer mikrobiellen Überwucherung von Fäulnisbakterien im Darm. Eines der wichtigsten und am meisten unterschätzten Gesundheitsprinzipien ist es, sich Zeit zu nehmen und Rituale zu entwickeln, um den Magensäurespiegel zu verbessern.

 

Die normale Menge der Magensäureflüssigkeit beträgt ca. 20-100 ml in einem pH-Bereich von 1,5-3,5. Für eine gesunde Eiweißverdauung sollte der pH-Wert im Bereich von 1,5 bis 2,2 liegen – alles darüber ist nicht optimal und deshalb ist es so wichtig, den Magensäurespiegel zu verbessern.

Die 7 Hauptaufgaben der Magensäure

  • Sterilisiert die aufgenommene Nahrung

    Wenn wir Nahrungsmittel konsumieren, gelangen Bakterien und andere Mikroorganismen in den Magen (auch bei gekochten oder pasteurisierten Lebensmitteln). Die Magensäure mit ihrem sehr niedrigen pH-Wert hilft, die gesundheitsschädlichen Keime zu neutralisieren. (1,2)

  • Eiweißverdauung

    Im Magen beginnt bereits der Prozkess des Proteinabbaus. Versuchen Sie mal, Fleisch in Essig zu marinieren! Essig ist deutlich weniger sauer als die Magensäure, aber selbst hier wird im Laufe der Zeit das Fleisch abgebaut. Das ist, was die Magensäure auch tut, nur wesentlich schneller...

  • Pepsin aktivieren

    Pepsin ist ein eiweißspaltendes Enzym, das wir im Körper für die optimale Proteinaufspaltung benötigen. Magensäure aktiviert das inaktive Pepsin zu seiner aktiven Form, die Pepsinogen genannt wird.

  • Aktivierung des intrinsischen Faktors

    Magensäure hilft bei der Aktivierung des "intrinsischen Faktors". Dabei handelt es sich um ein Glykoprotein, das wesentlich für die Aufnahme von Vitamin B12 ist.

  • Stimulierung von Galle- und Enzymabgabe

    Magensärue stimuliert die Freisetzung von Galleflüssigkeit aus Leber und der Gallenblase und der Verdauungsenzyme aus der Bauchspeicheldrüse.

  • Schließen des Ösophagussphinkters

    Der Ösophagusspinkter, der sich direkt über dem Magen befindet, schützt das weiche, empfindliche Gewebe der Speiseröhre vor der aggressiven Säure im Magen. Die Magensäure ist dabei ein wichtiger Auslöser für die Kontraktion dieses Verschlusses.

  • Öffnung des Pylorussphinkters

    Der sog. Pylorussphinkter ist das Tor zum Dünndarm. Hierüber gelangt der angesäuerte Speisebrei aus dem Magen in den angrenzenden Darm. Die Magensäure hilft, den Pylorussphinkter zu aktivieren.

Die Probleme durch niedriger Magensäure:

Wenn der Körper nicht in der Lage ist, genügend Magensäure zu produzieren, kann er Proteinmoleküle und wichtige Mineralien nicht verdauen (3). Diese nur zum Teil verdauten Proteinmoleküle gelangen dann in den Dünndarm und belasten die Bauchspeicheldrüse erheblich, die nun mehr geeignete Enzyme produzieren muss, mit denen das Protein effektiv aufgespalten werden kann.

Wenn dies immer wieder auftritt, wird die Speicherung der Pankreasenzyme stark beansprucht und die Darmschleimhaut gestresst und gereizt. Wenn die Proteinmoleküle nicht effizient aufgespalten werden, können wir nicht genügend Aminosäuren aufnehmen, die für zahlreiche lebenswichtige Funktionen des Körpers erforderlich sind, zum Beispiel für das Immunsystem oder den Hormonhaushalt. Dies kann zu Aminosäuremangel, schlechter Heilung und einem Zusammenbruch verschiedener wichtiger Körperfunktionen führen. (4)

Die zu großen Proteinmoleküle und die unvollständige Verdauung reizen die Darmschleimhaut und führen zu einem Leaky-Gut-Syndrom. Dieser Prozess kann die Entwicklung einer Autoimmunaktivität im Körper auslösen. Eine schlechte Verdauung schafft auch eine Umgebung, die für die Entwicklung von bakteriellem Überwachsen des Dünndarms (SIBO), Überwucherung durch Candida und parasitären Infektionen geeignet ist (5, 6).

Wenn wir unsere Nahrung unzureichend verdauen, führt dies zu einer erhöhten entzündlichen Aktivität, die wichtige Mineralien und Antioxidantien im gesamten Körper verbraucht (8). Dieser Mineralstoffmangel führt zu einer Unfähigkeit, Magensäure zu bilden – der Teufelskreis aus schlechter Verdauung und chronischer Entzündung setzt sich fort (7, 8).

12 Anzeichen für zu wenig Magensäure:

  • Gasbildung und Aufstoßen

    Bei niedrigem HCL tritt dies normalerweise kurz nach einer Mahlzeit innerhalb von 60 Minuten auf.

  • Sodbrennen

    Sodbrennen wird viel häufiger durch mangelnde Magensäure als durch zu viel davon ausgelöst.

  • Blähungen und Krämpfe

    Die Gasproduktion aus der bakteriellen Fermentation im Magen erzeugt dies. Wiederum tritt es normalerweise innerhalb einer Stunde nach dem Essen auf.

  • Chronischer Mundgeruch

    Durch die toxischen Metaboliten, die durch bakterielle Fermentation im Magen entstehen, zurückzuführen.

  • Schlechter Körpergeruch

    Durch mikrobielles Überwachsen des gesamten Körpers entstehende schlecht riechende Toxine

  • Unverdaute Lebensmittel im Stuhl

    Schauen Sie mal genauer nach in der Toilette...! Hier wird es offensichtlich, wenn Sie die gegessenen Lebensmittel nicht vollständig verdauen können.

  • Abneigung gegen Fleisch

    Viele Menschen mit niedrigem Magensäuregehalt mögen kein Fleisch und haben Verdauungsprobleme (wie oben beschrieben), wenn sie es essen. Besonders rotes Fleisch benötigt für die Verdauung mehr Magensäure als weißeres Fleisch.

  • Müdigkeit nach dem Essen

    Wenn das Verdauungssystem doppelt so hart arbeiten muss, kostet uns das viel Energie und macht uns müde.

  • Satt gegessen und trotzdem noch "hungrig"?

    Obwohl Sie eigentlich ausreichend gegessen haben und Sie sich satt fühlen, weil das Essen Ihren Magen nicht verlässt, aber Sie haben Hunger, weil Sie Nährstoffe nicht effektiv aufnehmen.

  • Chronische Anämie

    Sie bekommen über Ihre Nahrung genügend Eisen, haben keine chronischen Blutungen und leiden trotz Nahrungsergänzungsmitteln immer wieder unter Eisenmangel oder Anämie??

  • Dünne, brüchige Fingernägel

    Wenn Ihre Fingernägel leicht brechen, sich ablösen oder splittern, ist dies ein klassisches Zeichen für Nährstoffmangel wie Vitamin B12, Mineralien oder Aminosäuren.

  • Immer wieder Übelkeit

    Ein Magen, der schnell voll wird und sich schwer mit der Eiweißverdauung tut, kan oft einen Übelkeitsreflex auslösen.

Darüber hinaus kann es vorkommen, dass Menschen mit wenig Magensäure häufiger unter Magen-Darm-Infekten leiden, da sie weniger in der Lage sind, Nahrungsmittel im Magen zu sterilisieren. Dadurch gelangen häufiger krank machende Keime in den Verdauungstrakt. Folgende Symptome treten ebenfalls häufiger auf:

  • Meteorismus und Flatulenz
  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Candida-Belastung
  • Akne
  • Haarausfall (bei Frauen)
  • Allergien und Unverträglichkeiten
  • Eisen- und B12-Mangel
  • Chronische Müdigkeit
  • Nebennierenschwäche
  • Autoimmunerkrankungen
  • Analer Juckreiz

10 Möglichkeiten zur Verbesserung des Magensäurespiegels

Dies sind Tipps zur Verbesserung Ihrer Verdauung, wenn Sie einen niedrigeren Magensäurespiegel haben. Indem Sie diese Strategien befolgen, reduzieren Sie den Stress für Ihr Verdauungssystem und nehmen Nährstoffe effektiver auf. Dies wird Ihrem Körper helfen, über die Ressourcen zu verfügen, die er benötigt, um in Zukunft ausreichend Magensäure zu produzieren. Wenn Sie den Magensäurespiegel verbessern, wirkt sich dies erheblich auf Ihre allgemeine Gesundheit und Lebensqualität aus!

  1. Verwenden Sie lieber flüssige Nahrung den ganzen Tag über: Sie sollten mindestens die Hälfte Ihrer Mahlzeiten in flüssiger Form wie einem Protein-Shake oder einem grünen Smoothie zubereiten. Protein-Shakes sind sehr leicht verdaulich und hängen nicht von der Magensäureproduktion ab. Wenn Sie einen niedrigen Magensäurespiegel haben, ist es ratsam, täglich 1-2 Protein-Shakes zu sich zu nehmen, um die Aminosäureaufnahme zu verbessern und die Belastung des Verdauungssystems zu verringern. Dies ist sehr wichtig, um den Magensäurespiegel zu verbessern.
  2. Verwenden Sie oft Ingwer: Ingwer ist eines der besten natürlichen Mittel zur Verbesserung der Verdauungssäfte. Ingwer gehört zu einer Gruppe von Kräutern, die als Karminativa bezeichnet werden, zusammen mit Pfefferminze, Anis, Kardamom, Koriander usw. Empfohlen wird, jeden Tag 2-3 Tassen Ingwertee zu trinken. Sie können auch fermentierten Ingwer konsumieren, der in asiatischen Gerichten wie Kimchi üblich ist.
  3. Viel Trinken außerhalb der Essenszeiten: Eine gute Flüssigkeitszufuhr hilft dabei, die Darmmotilität zu aktivieren und den Inhalt durch das Verdauungssystem zu drücken, wodurch die mikrobielle Fermentation und Toxizität im Körper verringert werden.
  4. Trinken Sie möglichst wenig, besonders, wenn Ihre Mahlzeit Fleisch enthält: Immer wenn Sie Fleisch oder andere schwer verdauliche Lebensmittel (außer Smoothie oder Gemüsesalat) zu sich nehmen, sollten Sie das Trinken mindestens 30 Minuten vor dem Essen einstellen. Dies reduziert eine mögliche Verdünnung der Magensäfte und ermöglicht eine bessere Verdauung.
  5. Auch nach der Mahlzeit erst einmal nichts trinken: Um eine optimale Verdauung zu ermöglichen, wird empfohlen, bis mindestens 30 Minuten nach einer Mahlzeit auf Wasser oder Flüssigkeiten zu verzichten. Dies ermöglicht eine ordnungsgemäße Magensäureaktivität, Sterilisation, Proteinstoffwechsel usw.
  6. Nutzen Sie Zitronensaft und Apfelessig: Wenn Sie frische Zitrone auspressen oder Zitronensaft oder Apfelessig für Ihr Fleisch und Gemüse verwenden, wird das Lebensmittel “vorverdaut”. Dies ermöglicht eine bessere Verdauung und Nährstoffaufnahme. Sie können Lebensmittel entweder auf Zitronen- oder Apfelessig-Basis marinieren oder sie einfach als Dressing hinzufügen, bevor Sie sie verzehren.
  7. Essen Sie Eiweiß haltige Nahrung zu Beginn der Mahlzeit: Der Magen beginnt, Magensäure zu produzieren, wenn Sie mit dem Essen beginnen, besonders wenn Sie Eiweiß zu sich nehmen. Es ist sehr verbreitet, dass Menschen vor ihrem Proteingericht einen Salat essen, aber das ist nicht sehr förderlich für die Magensäureproduktion. In diesem Fall ist es nützlicher, Ihr Protein mit dem Salat oder Gemüse zu essen.
  8. Nutzen Sie fermentiertes Gemüse: Fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut, Kimchi, eingelegte Gurken oder Ingwer usw. enthalten organische Säuren, Enzyme und Probiotika, die zur Verbesserung der Verdauungssaftsekretion beitragen. Es empfielt sich, eine Variante davon zu all Ihren schwereren Mahlzeiten und insbesondere jeder Mahlzeit mit Protein zu sich zu nehmen.
  9. Verwenden Sie fermentierte Getränke: Fermentierte Getränke wie Kombucha, Kefir, Kokosnusswasserkefir und Zitronenwasser (nicht fermentiert) enthalten organische Säuren, die eine antimikrobielle Wirkung haben. Diese helfen also, die Bakterienlast zu reduzieren, insbesondere die Bakterien im Magen wie Helicobacter Pylori. Es ist wichtig, den H-Pylori-Spiegel niedrig zu halten, damit der Körper genügend Magensäure produzieren kann.
  10. Essen Sie Ihre Hauptmahlzeit, wenn Sie am meisten entspannt sind:  Um ausreichend Magensäure zu produzieren, muss Ihr Körper das parasympathische Nervensystem aktivieren. Wenn Sie stark beschäftigt und viel  unterwegs sind, befinden Sie sich im Kampf- oder Fluchtmodus. Wenn Sie mit einer niedrigen Magensäure zu kämpfen haben, können Sie im unentspannten Zustand nicht annähernd genug davon produzieren. Entspannung vor dem Essen ist der Schlüssel zur Verbesserung der Magensäureproduktion.

Verwenden Sie während Ihrer stressigen Phasen flüssige und rohe Lebensmittel wie Smoothies, Shakes und leichte Salate, da diese Lebensmittel nicht von einer hohen Magensäureproduktion abhängen. Planen Sie Ihre fleischhaltigen Mahlzeiten so, dass Sie mindestens 30 Minuten vor der Mahlzeit und 1-2 Stunden nach der Mahlzeit entspannt sein können.

Wenn Sie in einer stressigeren Zeit Fleisch essen, atmen Sie ein paar Mal tief durch, bevor Sie mit dem Essen beginnen, um Ihren Körper zu entspannen und Sie aus dem Kampf oder der Flucht herauszuziehen. 

Abschließende Gedanken

Die Optimierung der Magensäureproduktion ist sehr wichtig für die Verdauung und die Aufnahme von Eiweiß, Mineralien und Vitamin B12. Es verhindert auch die Entwicklung von Bakterienwachstum, Parasiten und Lebensmittelvergiftungen.

Befolgen Sie möglichst die Tipps, um Ihren Magensäurespiegel zu unterstützen und Ihre Verdauungsprozesse zu optimieren. Wenn Sie Hilfe bei der Verbesserung Ihrer Gesundheit suchen, bieten wir Fern-Coaching-Programme für eine funktionelle Gesundheit an. Wenn Sie weitere Unterstützung bei Ihren Gesundheitszielen benötigen, wenden Sie sich einfach an uns. 

Quellen zu diesem Beitrag:

  1. Dukowicz AC, Lacy BE, Levine GM. Überwachsen von Dünndarmbakterien: Eine umfassende Übersicht. Gastroenterologie & Hepatologie. 2007; 3 (2): 112ndash122.
  2. Pereira SP, Gainsborough N, Dowling RH. Arzneimittelinduzierte Hypochlorhydria verursacht bei älteren Menschen eine hohe Anzahl von Zwölffingerdarmbakterien. Aliment Pharmacol Ther. 1998 Jan; 12 (1): 99 & ndash; 104. PMID: 9692707
  3. Champagner ET. Geringe Salzsäuresekretion im Magen und Bioverfügbarkeit von Mineralien. Adv Exp Med Biol. 1989; 249: 173 & ndash; 84. PMID: 2543192
  4. Niedrige Magensäure: Die Risiken, Symptome und Lösungen hängen hier zusammen
  5. Saltzman JR, Kowdley KV, Pedrosa MC, Sepe T., Golner B., Perrone G., Russell RM. Bakterienwachstum ohne klinische Malabsorption bei älteren hypochlorhydrischen Probanden. Gastroenterologie. 1994 Mar; 106 (3): 615 & ndash; 23. PMID: 8119531
  6. Tennant SM, Hartland EL, Phumoonna T., Lyras D., Rood JI, Robins-Browne RM, van Driel IR. Einfluss von Magensäure auf die Anfälligkeit für Infektionen mit aufgenommenen bakteriellen Krankheitserregern. Infect Immun. 2008 Feb; 76 (2): 639 & ndash; 45. PMID: 18025100
  7. Cater RE 2nd. Die klinische Bedeutung von Hypochlorhydria (eine Folge einer chronischen Helicobacter-Infektion): ihre mögliche ätiologische Rolle bei der Malabsorption von Mineralien und Aminosäuren, Depressionen und anderen Syndromen. Med Hypothesen. 1992 Dec; 39 (4): 375 & ndash; 83. PMID: 1494327
  8. Britton E, McLaughlin JT. Altern und der Darm. Proc Nutr Soc. 2013 Feb; 72 (1): 173–7. PMID: 23146206
  9. Betesh AL, Santa Ana CA, Cole JA, Fordtran JS. Ist Chlorhydria eine Ursache für Eisenmangelanämie? Am J Clin Nutr. 2015 Jul; 102 (1): 9-19. PMID: 25994564
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält allgemeine Tipps. Er ist nicht geeignet für eine Diagnosestellung und ersetzt nicht den Arztbesuch. Sollten Sie gesundheitliche Probleme haben, müssen Sie einen Arzt/Ärztin konsultieren.

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